Messebericht
Abi, was dann? – Ist es wahr?
· Saarbrücken

Abi, was dann? – die Antwort auf die erste aktuelle Frage für Oberstufenschüler berufsbildender und weiterführender Schulen kann durch einen Besuch dieser Messe zur beruflichen Orientierung erleichtert werden. Alle zwei Jahre – und das bereits seit 2003 - richten saarländische Rotary-Clubs zusammen mit der Agentur für Arbeit Saar diese Messe in der Kongress-Halle in Saarbrücken aus. Hunderte junger Leute aus dem Saarland und den angrenzenden Regionen in Rheinland-Pfalz drängen sich zwischen den Ständen von an die hundert Ausstellern, die sich als Betrieb oder Institutionen zur Ausbildung präsentieren.
Und gleich hinter dem Eingang der Stand eines Distriktprojektes, das sich die erste rotarische Frage „Ist es wahr?“ auf die Fahne geschrieben hat. Es soll Heranwachsende (und auch die älteren Generationen) für die leider alltäglichen Desinformationen, Fake News und Deep Fakes in den Medien, besonders Social Media, sensibilisieren, aufmerksam zu werden und innezuhalten. Wann? Wenn sich Fallen auftun, in die man mit psychologischen Tricks gelockt und zu spontanen Aktionen verleitet werden soll, die man mit Aufmerksamkeit und nach gründlicher Überlegung und Bewertung hätte vermeiden können.
Der Cartoon aus der Saarbrücker Zeitung vom 30.09.26 illustriert dies einzigartig.

Solche Fallen sind zur Manipulation bei Kaufentscheidungen längst bekannt, und doch stolpern viele immer wieder hinein. Sie werden von Kriminellen genützt, um Leichtgläubige, v.a. Ältere (Enkeltrick) übers Ohr zu hauen. Social Media werden missbraucht, um Einzelne mit Falschnachrichten zu kompromittieren und gesellschaftliche Gruppen in der öffentlichen Meinung herabzusetzen. Es wird „Stimmung“ gemacht, insbesondere vor Wahlen – der schlecht informierte Bürger soll das Gefühl bekommen, er müsse für Personen und Parteien stimmen, deren eigentliche Zielsetzung ist, unser demokratisches Miteinander, unsere Grundwerte auszuhebeln.
Wir hatten mit zahlreichen Gruppen von Schülern sehr unterschiedlicher Schulen einen lebhaften Gedankenaustausch. Sehr positiv war das häufig spontane Interesse der jungen Erwachsenen an unserem Projekt. Entgegen der oft geäußerten Meinung, dass die Jugend in der Social media Blase verhaftet sei und sich keine Gedanken machen würden, haben wir viele kontroverse, kritische Meinungen zu KI und Fake News gehört. Es scheint im Bewusstsein vieler angekommen zu sein, dass kritische Medienkompetenz ein wichtiger Baustein für die berufliche wie private Zukunft ist. Dies stimmt sehr optimistisch.
Das Niveau der Vermittlung von Medienkompetenz wird von Schülern teilweise als gut bis sehr gut beschrieben. Es fanden sich aber auch eine Vielzahl von Gruppen, die an ihren Schulen erhebliche Defizite berichten. Wir haben sie ermutigt, das Thema mit ihren Lehrern zu besprechen und auf unser Angebot an Workshops hinzuweisen. Und natürlich sind wir gerne bereit, unsere Hilfen kostenfrei zur Verfügung zu stellen.